[Blogtipp] Blogfotografie


 Heute möchte ich euch einen kleinen Blick hinter die Kulissen zeigen, wie meine Blogfotos entstehen! Ich freue mich wirklich immer wahnsinnig, dass euch meine Fotos so gut gefallen und ich wirklich viele Komplimente dafür bekomme! :)

Aber eigentlich ist es keine große Kunst und mit ein paar einfachen Handgriffen kann wirklich jeder schöne Blogfotos machen. Viele meinen ja immer, am besten muss man dafür eine teure Spiegelreflexkamera kaufen und vergessen dabei, dass das Auge das Bild macht und nicht die Kamera. Ich darf jetzt als Hobbyfotografin natürlich nicht sagen, dass es da keine Unterschiede zwischen einer Spiegelreflex und einer Digitalkamera gibt. Natürlich, irgendwo muss sich der Preis ja auch bemerkbar machen. Aber vielleicht ist es für den ein oder anderen mal ganz interessant zu sehen, was mit Perspektiven, Schnitten und ein bisschen Tiefenschärfe alles aus Bildern rausholen kann

Bei Bild 1 oben ging es mir hauptsächlich darum euch zu zeigen, wie ich meine Food-Fotos mache. Wie ihr sehen könnt, entstehen die Fotos direkt auf meiner Arbeitsplatte in der Küche! Leider arbeite ich aktuell noch mit Kunstlicht (meiner ganz normalen Deckenlampe, weil ich einfach nicht den Platz habe ein paar Studioleuchten aufzubauen - also ich besitze auch keine, versteht mich nicht falsch ;)

Ich habe für euch diese Woche wieder ein kleines Muffinrezept vorbereitet und da ich sowieso am Fotos machen war, hat es ganz gut gepasst eine ''Szene'' daraus einmal näher zu betrachten.
Auf dem großen Foto könnt ihr ja schon das ganze Drumherum sehen. Ich verwende meistens einen Stofffetzen als Hintergrund (dazu weiter unten noch mehr) aus dem einfach Grund, weil meine Arbeitsfläche schwarz marmoriert ist. Das ist ganz nett, nein - das ist fantatisch! Ich liebe schwarz! Aber leider nicht für Blogfotos ;) Niedliche Muffins in bunten Förmchen kommen auf schwarzem Hintergrund leider nicht ganz so fröhlich rüber. Deshalb ist es wichtig einen hellen Hintergrund zu haben, lässt die Muffins besser aussehen und vorallendingen reflektieren helle Hintergründe das Deckenlicht besser und es lässt sich auch leichter fotografieren. Noch besser natürlich mit weißem Hintergrund. ;)

Die Perspektive macht natürlich auch viel her bei den Fotos. Klar, kann man die oben gezeigte Szene auch von ''weiter weg'' fotografieren. Aber da es ja um ein kleines Detail wie den Muffin geht, sollte man den Bildmittelpunkt schon auf das Hauptmotiv des Bildes legen. Bei Bild 2 ist der Bildschnitt schon enger gewählt und es lässt sich schon besser erkennen, um was es dem Fotografen eigentlich geht. Bei Bild 3 bin ich noch näher an meinen Muffin gegangen, weil ich euch gerne ein Detail von dem Innenleben - bzw. dem flüssigen warmen fluffigen Schokokern... ich schweife ab, gott die sind so lecker geworden... zeigen wollte! Es ist immernoch die gleiche Szene nur aus einer anderen Perspektive und mehr Tiefenschärfe - sprich der Hintergrund (in dem Fall das Schneidebrettchen) ist nur noch unscharf zu erkennen und der Fokus liegt rein auf dem Muffin. Ich persönlich finde ja, das Bild ist mir mehr als gelungen - oder habt ihr nicht auch das Gefühl sofort in den Muffin beissen zu wollen? ;)


Wenn es sich nicht gerade um Produktfotos handelt, finde ich es immer sehr schön, wenn man nicht nur einen sterilen Hintergrund hat, sondern wenn man auf dem Bild eine kleine Szene erkennen kann. Bei Food-Bildern kann man da leicht mit ein paar kleinen Accessoires nachhelfen. Es gibt wirklich viele schöne Sachen, die man mit aufs Bild nehmen kann. 

Oben habe ich euch einen kleinen Teil meines Dekobestandes fotografiert. Die ein oder anderen Teile kennt ihr ja bestimmt schon von meinen vielen Muffinrezepten. Natürlich kann man das saisonal super erweitern! Ostern, Weihnachten, Halloween ... es gibt soviele Themenbereiche zu denen es tolle Accessoires gibt! Manchmal kann man auch die einfachsten Dinge umfunktionieren! Für meine Osterbilder habe ich z.b. die Verpackung der Löffeleier wiederverwendet. Bevor man sie wegschmeisst ;)

Ansonsten findet ihr viele Gläschen, Formen, Döschen....., Schleifen und Borten machen sich immer gut, so kann man schnell ein Farbkonzept aufbauen (pinke Bänder um durchsichtige Fläschen und schon ist es nicht mehr ganz so langweilig).

 

Als nächsten Tipp möchte ich euch gerne etwas zu meinen Hintergründen erzählen. Wie ihr sicher schon bemerkt habt, wechsle ich da gerne mal durch. Ich habe mir aus einem Stoffladen ein paar 50cm Stofffetzen mitgenommen, die ich gerne als Hintergründe verwende. Aktuell sind es hauptsächlich Stoffe mit Pünktchen: grau, schwarz, lila mit weißen Pünktchen. Ich finde das passt einfach immer und als alte Rockabella gehn Pünktchen sowieso immer. 
 

Dann habe ich noch einiges an alten Papieren - wie ihr oben seht handelt es sich um Duftpapier, aber auch Geschenkpapier ist eine gute und vorallendigen günstige Alternative. Alte Bücher befinden sich auch in meinem Fundus  für Hintergrundfotografie. Und für meine Salate greife ich gerne mal zu einem normalen Holztablett - wichtig ist mir auf jeden Fall immer: Es darf nicht zuviel Platz beim Verstauen brauchen, weil sich in der Bloggerzeit doch viel ansammelt. Deshalb sind faltbare oder zusammenklappbare Hintergründe immer von Vorteil.

Als ''Hinter'' oder noch besser Untergründe möchte ich auch noch Teller, Schüsseln und Gläser in der Foodfotografie anführen. Ich habe sehr viele ausgefallene Stücke in meinem Privathaushalt, wo ich immer gerne für die Fotos variiere. Ihr kennt ja bereits viele Teile, die ich bei meinem Karottenprojekt fotografiert habe. Eckige Teller, nierenförmige Schälchen - gerne mit schwarz, weißen Mustern (sind so meine Favoriten). So kann man auch eine nette Abwechslung bei den Foodfotos schaffen.


Und zu guter Letzt möchte ich euch noch meine Vorgehensweise bei Produktfotos zeigen. Bei Produktfotos finde ich gut, wenn das Produkt wirklich im Vordergrund steht. Deshalb lenken natürlich bunte gemusterte Hintergründe gerne vom Hauptmotiv ab.

Deshalb bin ich mittlerweile komplett von gemusterten Hintergründen abgekommen und fotografiere hauptsächlich auf weißem Hintergrund.

Für Produktfotos ist es natürlich besser, nicht gerade Kunstlicht zu verwenden, weil die Farbe von z.b. Nagellack bei Kunstlicht immer anders wirkt wie bei Tageslicht. Ich fotografiere meine Produktfotos (wie ihr oben sehen könnt) am Boden, vor meiner Balkontür auf einem alten A3 Block, den ich aktuell nicht mehr zum Zeichnen verwende. Jetzt dürft ihr gerne lachen, aber wie ihr an Bild 2 oben sehen könnt - funktioniert das ganz gut. Und keine Socke erkennt, dass es sich dabei nicht um einen tollen Studiohintergrund oder eine Softbox handelt. Der weiße Hintergrund reflektiert natürlich sehr viel Licht und schafft dadurch eine nette Atmosphäre für die Produkte. Den Rest macht die Perspektive. Bis auf das mir der Kiko Nagellack runtergerutscht ist beim Fotografieren, ist es die gleiche Szene ;)

Ich hoffe, mein kleiner (*hüstel* dachte nicht, dass mir soviel dazu einfällt) Beitrag hat euch gefallen und vielleicht hat er bei dem ein oder anderen ein kleines: Ach, da hab ich noch gar nicht dran gedacht!- Gefühl ausgelöst, dann hab ich schon viel mit meinem Beitrag erreicht. ;)

Ich finde es nämlich immer sehr schade, wenn ich auf neue Blogs klicke und eigentlich sind die Texte gut geschrieben (ich bin ja auch kein großer Schreiberling), aber die Blogfotos sind dann so schlecht gemacht: Produkt in die Mitte auf den Tisch geklatscht, mit der Kamera draufgehalten und stupide am besten noch mit Blitzlicht abgelichtet. Ihr wisst was ich meine... ich finde einfach, man kann mit einem Bild soviel aussagen und so mancher kleiner Blog könnte seinen Blog mit besseren Fotos einfach aufwerten. Es ist ja nicht wirklich was dabei.

Deshalb: Macht eure Blogfotos nicht zu klein, die Leser sind klickfaul! Man sollte alles auf einem Bild erkennen. Bemüht euch um realistisches Licht (nicht zu dunkel, nicht mit Blitz fotografieren), versucht euch mal an neuen Perspektiven, gewagteren Schnitten und am besten ist es immer ein ''Bild zu erschaffen'' - ihr wollt dem Betrachter ja etwas zeigen!



Mehr Making Of - Gesülze zum Thema bloggen erwünscht? ;)

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21 Kommentare zu diesem Post

  1. Toller post!!! Ich würd mich freun wenn öfters solche hintergrund infos gezeigt werden. Vor allem für anfänger wie mich ist das grandios.
    Liebste grüße

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  2. Super Post! Genau so mache ich es auch ^^ Also mit dem Zeichenblock als Hintergrund...ich habe zwar einen weißen Tisch (Küche), aber manchmal sollen Produkte aufrecht stehen und dann finde ich meine grüne Tapete nicht so prall als Hintergrund. Ich muss mir aber noch mehr einfallen lassen. Seit meine Lieblingskamera den Geist aufgegeben hat und der Notnagel auch in den letzten Zügel liegt hat die Qualität meiner Blogfotos nachgelassen. Ich werd mir also demnächst mal ein Beispiel an dir nehmen und einfach mit den Gegebenheiten arbeiten und noch kreativer werden um gute Bilder präsentieren zu können.

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  3. Interessanter Post. Solche Tips und Tricks lese ich immer gerne, man lernt ja oft neues dazu.

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  4. Ich lese gern mehr Making Of Gesülze :) Bei Produktfotos mach ich's ja genauso aber da ich ja hauptsächlich über Beauty schreibe interessiert mich das Making Of zu Food natürlich auch sehr weil ich davon keine Ahnung habe :D

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  5. Gefällt sehr gut. Den Tipp mit dem Block gucke ich mir glaube ich direkt einmal ab. ;)

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  6. Danke, das hast du tolll gemacht!

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  7. Danke für die Tipps! Ich bin auch immer nach der Suche nach neuen Ideen, um meine Fotos möglichst optimal darzustellen...

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  8. Sehr hilfreicher Post, wie ich finde! Und toll geschrieben!

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  9. Wirklich ein toller Post! Und ich bin froh, dass ich nicht die einzige "Verrückte" bin, die einen Zeichenblock zum Fotografieren verwendet. Ich hab das nur mit dem Licht teilweise noch nicht so ganz raus, aber das bekomme ich schon noch hin.

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  10. Oh. Ein A3-Block. Hm, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Ich such schon einige Zeit nach einem passenden weißen Hintergrund, evtl. habe ich grade die rettende Idee gefunden. :D Ich finds nett, wenn Blogger mehr aus Produktfotos machen als Fotos halt; mein Talent liegt dort aber leider nicht. Und Fotografie ist definitiv eine Kunst! Ich bin auch sehr froh, dass es wieder auf die Sommermonate zu geht. Da ist das Licht einfach besser, egal wieviele Tageslichtlampen und was weiß ich nicht alles man hat...

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  11. Mehr? Unbedingt!
    Das "Ach, da hab ich noch gar nicht dran gedacht!- Gefühl" ist total aufgekommen und ich überlege schon, wie ich Hintergründe und Deko griffbereit verstauen kann [Und wo zur Hölle ist eigentlich mein Malblock?!].
    Vielen Dank für die vielen Tipps!

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  12. unbedingt! toller Post mal wieder. mehrrr davon :0)
    Muss ja sagen huestel das ich auch echt abloose mit meinen Blogfotos.
    Aber das wird sich aendern, bin noch nie auf die Idee gekommen einen Block zu nehmen.
    Danke schoen fuer die Tipps!

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  13. Super Post!
    Das mit dem "ungewöhnlichen" Hintergrund beim Fotografieren kenne ich, ich nutze für Prpduktfotos meist meinen Klodeckel, der ist nämlich auch weiß xD Ich versuche schon immer, die Bilder schöner zu machen, aber sonderlich kreativ war ich noch nie :/

    Der Muffin sieht übrigens göttlich aus, da freue ich mich schon auf das Rezept :D

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  14. To Do für die morgige Mittagspause: Zeichenblock kaufen gehen :D
    Ist gar nicht so einfach alles aus den Fotos heraus zu holen, manchmal siehts einfach nur blöde aus, oder man steht sich selbst im Licht, oder oder oder :D

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  15. Sehr interessante Beitrag, danke für den Blick hinter die Kulissen :-) Deine Food-Fotos sind wirklich immer grandios, da kann man sich noch viele Tipps abgucken.

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  16. Danke für diesen tollen Post <3
    Bitte mehr davon ;)

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  17. Toller Post mit vielen Anregungen. Vielen Dank

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  18. Ganz ganz vielen Dank für den Post, der ist wirklich toll und sehr hilfreich!

    Wegen der Ostereier:
    können wir machen ;) welches Motiv sollte es denn werden?

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  19. :) Ich fotografier auch schon eine Weile vor nem großen weißen Tonpapier (weiß gar nicht, wo ich das her hab XD). Da mein Zimmer leider Nordseite ist und somit (vor allem bei diesen furchtbaren Winter) kaum helles Licht zu bekommen ist, fotografiere ich seit einer Weile mit einer Tageslichtlampe. Funktioniert eigentlich ganz gut, find ich. Zudem leuchtet die Lampe mir auch super den Nähtisch aus, hat also gleich zweierlei praktischen Nutzen ^^.

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  20. richtig interessant! Danke für den tollen Beitrag!
    LG Marion

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  21. Danke für den tollen Post. Du hast mir einige Anregungen gegeben, denn ich bin auch nicht ganz zufrieden mit meinen Bildern. Jetzt weiß ich, wie es besser machen kann. Freu mich daher mal aufs WE :-D

    LG
    Faye

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