[Gastblogger] DIY - Skull Shirt

Kennt ihr das auch? Ihr mögt eigentlich Print-Shirts, aber habt trotzdem einen ganzen Haufen einfarbiger Shirts daheim? Oder ihr wollt für ein besonders Geschenk gerne ein bestimmtes Motiv irgendwo aufbringen, aber seid nicht gerade mit einem Talent für’s Zeichnen gesegnet?
Eine beliebte Methode dafür ist ja das stenciln, auf gut Deutsch also schablonieren. Aber was tun, wenn die Farbe immer wieder unter die Schablone läuft oder selbige sich auf dem Untergrund verschiebt? Nun, entweder kann man natürlich Sprühkleber und labbriges Papier nutzen oder für mehr oder weniger viel Geld umständlich das in den USA sehr beliebte „Freezer Paper“ kaufen und erstmal auf die Lieferung warten oder sich sofort und preisgünstig mit Papier und Frischhaltefolie begnügen.

Papier und Frischhaltefolie? Richtig gelesen! Damit kann man sich im Null Komma Nix ganz einfach eine aufbügel-, ablösbare und sogar wieder verwendbare Schablone basteln. Die Idee hab ich bei Aennie gefunden, die Lorbeeren gelten also ihr, aber weil ich das so klasse fand möchte ich die Methode gerne bekannter machen.
 
Zuerst steht also die Motivwahl an, hierbei ist zu beachten, dass sich der Einfachheit halber möglichst keine freistehenden Flächen innerhalb des Motivs befinden. Das sind z.B. solche wie das Innenleben eines „O“, das beim Ausschneiden ja rausfiele. Wenn man keinen farbigen Kreis statt eines „O“ möchte muss man also entweder mindestens einen Steg lassen, der das Innenleben mit der Umgebung verbindet und später ggf. mit der Hand übermalt wird, oder man muss die rausfallenden Teile aufheben und versuchen, sie beim Aufbügeln der Schablone wieder möglichst exakt an ihren ursprünglichen Platz zu legen und dort zu fixieren.
Stencilmotive findet man zu Hauf im Internet, es gibt spezielle Stencilseiten, aber auch google ist sehr hilfreich. So bin ich auch auf mein Motiv gestoßen, dass ich von hier habe, aber ich habe auch schon Bandlogos schabloniert.

Ist das Motiv gefunden muss es also in der richtigen Größe ausgedruckt werden. Hierzu empfiehlt es sich unter Umständen, das Kleidungsstück der Wahl mal anzuziehen und die gewünschte Position und Größe des Motivs festzulegen. Ich habe dazu einfach kleine Kreidemarkierungen gemacht. Anschließend sollte das Motiv natürlich ggf. skaliert und ausgedruckt werden.

Jetzt kommt der spannende Teil: die Frischhaltefolie. (Was man in der Küche und für Nageldesigns verwenden kann… multifunktional, das Zeug.) Davon wird jetzt ein Stück abgeschnitten, das größer ist als das Motiv, denn Sinn der Sache ist ja, die Folie beim Bügeln etwas zusammenzuschmurgeln. Bügeln? Ja, außerdem solltet ihr Bügelzeug und Backpapier bereit halten. Was man nicht alles tut…

Legt also euren Ausdruck mit dem Motiv nach unten auf das Bügelbrett, dann die Frischhaltefolie drauf (also auf die unbedruckte Seite des Papiers) und zu guter Letzt das Backpapier. Das ist dazu da, dass ihr euch mit der schmelzenden Frischhaltefolie nicht das Bügeleisen versaut. Jetzt wird nämlich heiß (am besten ohne Dampf) gebügelt, sodass die Folie sich mit dem Papier verbindet. Je nach Hitze dauert das einen Moment, aber das kann man ja vorsichtig überprüfen, vorzugsweise ohne sich dabei die Flossen zu verbrennen.

 

 
Danach muss natürlich ganz normal der Bereich der Schablone, der hinterher auf dem Untergrund farbig sein soll, ausgeschnitten werden, zum Beispiel mit einem Cutter oder Teppichbodenmesser. Hier bietet sich natürlich ein Schneidebrettchen als Unterlage an, es sei denn ihr wollt den schicken Schreibtisch auch gleich noch mit Kratzern dekorieren. 

Das passiert natürlich von der bedruckten Seite des Papiers, aber muss durch Papier und Folie gehen
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Anschließend muss der zu bedruckenden Untergrund sofern er elastisch ist, also bei T-Shirts & Co., leicht gespannt werden, damit die Farbe hinterher beim Anziehen nicht reißt. Orientiert euch am besten daran, wie weit gedehnt das Shirt im angezogenen Zustand ist – dafür sind auch die Markierungen von vorhin hilfreich. Zum spannen eignet sich am Besten ein Karton, der in das Shirt geschoben wird und auf dem es falls notwendig auch mit Klebeband fixiert werden kann. Der Karton im Shirt verhindert dann gleichzeitig auch, dass Farbe auf die Rückseite durchsuppt und das ganze Werk versaut.


Sobald der Untergrund entsprechend präpariert ist kann man dann ganz einfach die Schablone an die zuvor bestimmte Stelle aufbügeln und zum Beispiel mit einem Schwamm und Stoffmalfarbe dünn die Farbe auftupfen. Sollte die Farbe nicht auf Anhieb deckend sein empfiehlt es sich, nach einer gewissen Trocknungszeit eine (oder mehrere) weitere Schichten aufzutragen. Zu viele oder dicke Schichten sollten allerdings vermieden werden, damit die Farbe hinterher nicht reißt oder bröckelt.


Zum Schluss kann die Vorlage einfach abgezogen und die Farbe im trockenen Zustand nach Anleitung, meistens durch Bügeln, fixiert werden. Nach der ganzen Mühe muss die Schablone übrigens nicht etwa entsorgt werden, sondern taugt bei vorsichtiger Behandlung noch für weitere Stencil-Aktionen – inbesondere bei friemeligen Motiven ein wahrer Segen. (Wenn ihr die auf der Schablone befindliche Farbe hinterher abwischen wollt ist es außerdem eine gute Idee, die Vorderseite auch mit einer Schicht Frischhaltefolie zu versehen. Dann aber beim Aufbügeln das Backpapier nicht vergessen.)

Das fertige Shirt sieht bei mir übrigens so aus:


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Ein DIY Beitrag ganz nach meinem Geschmack, ich glaube, ich kann meine Anzahl an Skull Shirts im Schrank gar nicht bestimmen, soviele hab ich! Und ich liebe sie, deshalb wirklich eine klasse Idee sich mal ein Unikatshirt zu machen! So ein Beitrag darf natürlich in meiner Gastbloggerrunde nicht fehlen!

Vielen Dank an ratterndeRuby, dass du dich noch getraut hast ;)


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3 Kommentare zu diesem Post

  1. Yay, knaxgurke! Wie toll =)
    Und eine tolle Anleitung! Klingt so, als könnte sogar ich das :D

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  2. Ui, da schaut man so unvermittelt in's Bloglovin-Dashboard... und sieht sich selbst. =P Vielen Dank für die Ehre und freut mich, dass es dir gefällt. =) (Übrigens war trauen nicht das Problem, ich wusste nur nicht, ob ich's zeitlich schaffe.)

    @Nebo: Klar, das kriegst du hin!

    Liebe Grüße, knaxgurke

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  3. Wer sich gerne Shirts selbst gestaltet und ein schönes ebenmäßiges Ergebnis wünscht, dem kann ich diese Anleitung ans Herz legen: http://www.offene-werkstaetten.org/post/diy-siebdruck-geraet
    Ich habe in einem Workshop des Attraktor (Makerspace in Hamburg) mir so ein Siebdruckgerät gebaut und habe es schon recht oft verwendet und die Ergebnisse sind richtig profimäßig (solange die Vorlage sauber ausgeschnitten ist). Hoffe es ist was für den ein oder anderen. :-)

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